02. Mai 2021 Cyril Hausin

Kunstdünger und Pestizide – zwei gravierende Irrtümer der Menschheit

Kunstdünger ist eine Erfindung von Justus von Liebig (1803 – 1873, Begründer der Agrochemie) und setzt sich ausschliesslich aus verschiedensten Salzen zusammen. Salz ist bekanntlich sehr gut feuchtigkeitsbindend (Wasser). Diese „Nährsalze“ entziehen dem Boden also Feuchtigkeit. Wasser ist nicht nur für Mensch, Tier und Pflanzen lebensnotwendig, auch die Mikroorganismen im Boden sind davon abhängig (Nahrungsaufnahme + Fortbewegung). Kunstdünger entzieht dem Bodenleben also nicht nur sein zweitwichtigstes Element und nimmt ihm damit eine entscheidende Lebensgrundlage, er macht ihm zusätzlich auch die Nahrung streitig, da man durch das Ausbringen von Kunstdünger dem Boden keine organische Materie zuführt. Die Bodenlebewesen verhungern! Kunstdünger fügt dem Boden also langfristig keine Nährstoffe hinzu, im Gegenteil, er verdrängt und tötet stattdessen die so extrem wichtigen Mikroorganismen im Boden und verhindert damit eine „Einbindung“ (Speicherung) von Nährstoffen. Der Boden verarmt. Zudem gibt Kunstdünger kontinuierlich „Nährsalze“ ab, ob sie nun von der Pflanze benötigt werden oder nicht. Der Überschuss wird unaufhaltsam ins Grundwasser ausgewaschen, gelangt in unsere Seen, in die fliessenden Gewässer und schlussendlich in die Meere.

Selbst Justus von Liebig erkannte das, widerrief am Ende seiner Karriere sein „Lebenswerk“ und benutzte nur biologisch-organischen Dünger im eigenen Garten!

Pestizide hingegen, sind nicht so „harmlos“ wie Kunstdünger, sie sind, im wahrsten Sinne des Wortes „Chemiekeulen“! Nur die allerwenigsten Pestizide wirken auf einen spezifischen Schaderreger (Pathogen), sondern vernichten praktisch immer auch noch andere, nützliche Mikroorganismen! Unsere Böden (Landwirtschaftsflächen) verarmen durch den Kunstdünger nicht nur, sie werden darüber hinaus noch durch Pestizidmissbrauch sterilisiert! Und auch hier werden alle Rückstände ausgewaschen und landen schlussendlich im Meer.

Aus meiner Sicht als leidenschaftlicher und umweltbewusster Baumpfleger, ist es demnach das einzig Richtige, die Pestizidinitiative vom 13. Juni 2021 gut zu heissen, auch wenn sie unser Problem der Umweltverschmutzung nicht lösen wird, ist sie ein Anfang und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.