Der Wal als Klimaretter?

Jüngste Erkenntnisse von Meeresbiologen belegen die extreme Wichtigkeit von Walen in Bezug auf den Klimawandel. Denn ein grosser Wal bindet während seiner Lebenszeit 33! Tonnen Co²! Als Vergleich: ein Baum kann im Schnitt pro Jahr rund 20Kg Co² binden.

Wenn ein Wal stirbt, sinkt sein Körper auf den Meeresgrund, wo das Treibhausgas Co² für mehrere Jahrhunderte gebunden bleibt.

Aber nicht nur die Eigenschaft, dass Wale extreme Mengen an Co² binden können hilft dabei die Klimaveränderung zu verlangsamen. Denn die Ausscheidungen von Walen enthalten sehr viele wichtige Nährstoffe, wie z.B Eisen, welche wiederum als Nahrung von Phytoplankton aufgenommen werden. Dieser Kreislauf wird von Experten als „Walpumpe“ bezeichnet. Da Phytoplankton auch Chlorophyll enthält, betreibt es Photosynthese und produziert Sauerstoff. Und der von Phytoplankton produzierte Sauerstoff ist für den Planeten nicht unwesentlich, da er global zwischen 50 und 85!% des Gehalts ausmacht!

Ausserdem bindet Phytoplankton bei der Photosynthese auch Co² (schätzungsweise sind es 37 Milliarden Tonnen! Das sind rund 40% vom globalen Co²-Ausstoss). Als Vergleich: um 37 Milliarden Tonnen Co² zu binden braucht es rund 1,7 Billionen Bäume (4x die Fläche des Amazonas-Regenwalds!). Quelle: https://www.enerjoy.ch/klimaretter-wal/

Wale sind also von grösster Wichtigkeit für unser Ökosystem! …und dennoch schlachten wir Menschen sie weiter tagtäglich ab: Norwegen ist weltweit gesehen die Nation, die am meisten Wale jagt, vor allem Zwergwale. Die ökonomische Rolle des Walfangs ist im reichen Land Norwegen von untergeordneter Bedeutung. Im Vordergrund stehen traditionelle Gründe.» https://www.br.de/rote-liste/wal-wale-artenschutz-gefaehrdete-tierart-meeressaeuger-100.html

Norwegen verarbeitet und produziert noch immer dermassen viel Walfleisch, dass sie den riesigen Überschuss nun sogar zu Hunde- und Katzenfutter verarbeiten!

Auch Japan ist seit 1. Juli 2019 aus Internationale Walfangkommission ausgetreten und nahm den kommerziellen Walfang wieder auf.

Und auch auf den Färör-Inseln, rund 370Km nordwestlich von Grossbritannien, finden auch heute noch regelmässig Wal-Schlachtungen, «Grindadráp» genannt, statt. Bei der «Grinds» werden ganze Walschulen in Küstennähe von vielen Booten eingekesselt und in eine Bucht getrieben, wo ausnahmslos alle von jagdlustigen Färöern erwartet und abgeschlachtet werden. Die Färörinseln zählen 26 solcher Tötungsbuchten.

Nach dem Abschlachten von Grindwalen färbt sich das Meer Rot.

«Über die schockierende Grausamkeit des Grinds hinaus gibt es noch weitere sehr ernste und bedenkliche Probleme. Es scheint sich um eine unregulierte Treibjagd zu handeln, bei der es keine Quoten, keine Jagdsaison und anscheinend wenig bis gar keine Aufsicht und Kontrolle gibt. In einer Zeit, in der wir den Kollaps von Ökosystemen beobachten, insbesondere besorgniserregend in unseren Ozeanen, können wir wichtige Arten nicht auf diese Weise behandeln. Ich habe mich der Initiative ‚Stop the Grind‘ angeschlossen, um der färöischen Regierung klarzumachen, dass es nun wirklich reicht und dass es an der Zeit ist, das Grind zu beenden.»

Deborah Meaden, Unternehmerin und britischer Fernsehstar

Aber nicht nur der Grindwal (Globicephala melas) welcher der Familie der Delfine angehört wird auf den Färörinseln gejagt und massakriert, auch der Atlantische Weissseitendelfin (Lagenorhynchus acutus) wird regelmässig gejagt: an einem einzigen Tag, am 12. September 2021 wurden in der Bucht von «Skalabotnur» 1428! Weissseitendelfine geschlachtet! Quelle: https://www.stopthegrind.org/

Total sind bis jetzt, in diesem Jahr, 2095 Grindwale + Weissseitendelfine getötet worden!

Bitte helfen Sie mit, diesen Wahnsinn zu beenden. Es wird allerhöchste Zeit, dass wir in Europa handeln!

Bitte unterstützen auch Sie die Initiative STOP THE GRIND! Ihre Stimme zählt!

 

Und falls Sie den Film «Seaspiracy» noch nicht gesehen haben, empfehle ich Ihnen dies zu tun.

 

Wenn Delfine und Wale sterben, stirbt der Ozean und mit ihm, auch wir!

Das Vergehen von Thuja

Der «Abendländische Lebensbaum» ugs. «Thuja» (Thuja occidentalis) ist in Nordamerika heimisch. Bei uns war dieses Gehölz in den 70er und 80er Jahren die Modepflanze schlechthin. Seine grosse Schnittverträglichkeit, Robustheit und die Toleranz an den Standort, waren perfekte Eigenschaften, welche ihn zur «perfekten» Heckenpflanze machte. Allerdings war dies eine falsche Annahme, da Thuja gar nicht so standorttolerant ist und auch seine Schnittverträglichkeit nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zutrifft. Ausserdem liegt sein ökologischer Wert (darauf vorhandene Artenvielfalt) bei fast Null (grüne Wüste). Da der Thuja in niederschlagsreichen Feuchtgebieten in eher gemässigten Zonen beheimatet ist, macht ihn trockenheitsanfällig. Nicht nur, dass ihm die, durch die Klimaveränderung verursachte, reduzierte Niederschlagsmenge stark zusetzt, auch treten neue Pathogene (Schädlinge) auf. Es werden folgend nur ein paar der wichtigsten Schädlinge aufgezählt:

Pilze:

1. Pestalotia-Triebsterben (Pestalotiopsis funerea).

2. Kabatina-Zweigsterben (Kabatina thujae).

3. Schuppenbräune (Didymascella thujina).

Bei den gennanten Pilzen sieht das Schadbild ähnlich aus: vereinzelte Stellen verfärben sich erst orange, ehe sie ganz absterben, sich braun verfärben und verkahlen. Nur ein genaueres Hinschauen lässt die besagten Schadpilze differenzieren. Auch deren Bekämpfungsmassnahmen lassen sich grob vereinheitlichen: befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden und im Kehricht! entsorgen, um den Befallsdruck zu mindern. Chemische Behandlungen mit Fungiziden ist nicht ratsam, da sie sich im besten Fall als Symptombekämpfung bezeichnen lassen. Ob Sie nun unsere Umwelt mit chemischen Mitteln belasten oder Ihre Thuja mit einer grüner Spraydose einfärben, läuft in etwa aufs Gleiche hinaus…

Erst sind nur einzelne Triebe befallen…

…dann ganze Pflanzenteile…

und ehe man sich versieht ist die ganze Thuja tot!

 

Aber auch die wichtigsten Insekten, welche sich gerne von Thuja ernähren möchte ich noch kurz zeigen:

Thuja-Miniermotte (Argyresthia thuiella)

 

 

 

 

 

Mit der fortschreitenden Klimaveränderung und den damit einhergehenden Krankheiten, sieht die Zukunft der Thuja sehr schlecht aus. Daher lautet meine Empfehlung: stellen Sie sich jetzt bereits darauf ein, dass Sie Ihre Thuja(Hecke) in näherer Zukunft ersetzen werden müssen. Wenn Sie geeignete Alternativgehölze suchen, berate ich Sie liebend gerne, um die perfekte Ersatzpflanzung für Ihren Standort zu finden.

Wie ein Baum seinen Nachbarbaum rettet

Jeder Baum ist, genau wie jeder Mensch, ein Individuum. Deshalb pflege ich auch jeden Baum individuell und passe die Schnittart dem jeweiligen Baum an. Bei «HappyTreeFriends Baumpflege» gibt es daher keinen «regulären» Baumschnitt. Nicht nur das Individuum Baum ist einzigartig, auch sein Standort und Umfeld ist individuell und muss bei der Massnahmendefinierung immer berücksichtigt werden.

Birken (Betula pendula), aber auch andere Baumarten wie z.B: Buchen (Fagus sylvatica), Fichten (Picea abies), Weisstannen (Abies alba), Zedern (Cedrus atlantica/ C. deodara/ C. libani), Arven (Pinus cembra), haben sehr grosse Mühe mit der schnell fortschreitenden Klimaveränderung. Die aussergewöhnliche Hitze und Trockenheit während den vergangenen Sommern 2017 – 2020, setzte den genannten Baumarten extrem zu. Dies ist anhand der lichten Belaubung und der überdurchschnittlichen Totholzproduktion klar zu erkennen. Genauso wie bei den zwei Birken eines geschätzten Kunden. Bei der grösseren und etwas älteren Birke (ca. 80 jährig) ist die Baumkrone während den letzten Jahren kontinuierlich zurückgestorben, obwohl sich ihr Umfeld nicht verändert hat. Die zweite, kleinere Birke, zeigte aber keinerlei «Stresssymptome».

Obwohl ein Baumbeseitigungsgesuch durch Stadtgrün Bern bewilligt war, riet ich vom Fällen der besagten Birke dringend ab. Gerade nah stehende Bäume der gleichen Baumart sind fast immer über ihr Wurzelwerk miteinander verbunden (Wurzelanastomosen – Fusion von Xylemsträngen). Die sogennanten Wurzelverwachsungen sind bereits seit den 50iger Jahren bekannt: «…Nachweise für die Tatsache, daß zwischen zwei oder mehreren Baumindividuen der gleichen Art wirklich Stoffaustausch über Wurzelverwachsungen zustande kommt» (Kuntz und Riker 1955). Wäre die eine «kranke» Birke entfernt worden, hätte sich Fäulnis im verbleibenden Wurzelwerk ausgebreitet, welche sich dann, mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auch auf die verbleibende Birke übertragen und ausgebreitet hätte.

Da die Birken meinem Kunden sehr viel bedeuten, war er mit meinem Alternativvorschlag, dem Erhalt und Aufbau einer «Sekundärkrone» einverstanden. Die Birke wird weiterbestehen und ich werde mein Bestes geben, dass dies auch so bleibt!

Das einzige was Sie für Ihre Bäume machen können ist, auf ein gesundes Baumumfeld zu achten. Die erste und wichtigste Massnahme hierfür ist der Verzicht auf handelsüblichen Kunstdünger. Stattdessen sollten Sie ausschliesslich hochwertigen Kompost oder Schwarzerde verwenden und regelmässig ausbringen (3-7 l./m²). Denn Kompost liefert nicht nur neue, natürliche Nährstoffe, er fördert zudem den Humusaufbau und verbessert somit automatisch auch das Wasserrückhaltevermögen des Bodens. Um auch in extremen Dürreperioden noch Feuchtigkeit im Boden zu halten, wird der Wurzelraum mit einer rund 5cm starken Mulchschicht ganzjährig bedeckt.

Vor dem Entfernen der abgestorbenen Baumkrone.

Nach dem Entfernen der toten Baumkrone.

 

Biodiversität aktiv fördern

Der Rückgang der Artenvielfalt hat bereits seit einiger Zeit begonnen und schreitet immer schneller und dramatischer voran. Immer wieder vernimmt man aus verschiedensten Quellen Schlagworte wie: «Insekten- sowie Bienensterben», «vom aussterben bedrohte Art», «auf der roten Liste» (bereits 2016 galten 28% der einheimischen Pflanzen in der Schweiz als gefährdet oder ausgestorben!). Quelle: Infoflora.

«Die Gesundheit der Ökosysteme, auf die wir und alle anderen Spezies angewiesen sind, verschlechtert sich schneller denn je». «Wir unterhöhlen das Fundament unserer Volkswirtschaften, Existenzgrundlagen, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Lebensqualität weltweit.» Robert Watson Vorsitzender IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services).

Es gibt viele verschiedene Gründe für das Artensterben. Als erste und gravierendste Ursache hierfür, ist der Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden in der Landwirtschaft zu nennen. Weitere Gründe für das Artensterben sind auch noch der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen, elektromagnetische Wellen, der vom Menschen beschleunigte Klimawandel, angezüchtete Krankheiten, sowie die Zersiedlung bzw. Zerstörung von Lebensräumen. Quelle: Wildbee.

Mit dem letzt genannten Punkt, schafft die Organisation «Freethebees» durch das Baumhöhlenprojekt aktiv neue Lebensräume in der Schweiz, um dem Artensterben tatkräftig entgegenzuwirken. Als einer von den wenigen ausgebildeten Schweizer Zeidlern, setze ich mich mit vollem Engagement in diesem Projekt ein.

Pilotprojekt in Alpnach.

Die ersten Baumhöhlenhabitate im Bergwald von Alpnach OW sind kreiert.

Bei Interesse oder Fragen zu diesem Projekt, für den Schutz und zur Förderung der Biodiversität, oder zur Zeidlerei, möchten Sie mich oder direkt Freethebees kontaktieren.

Bonsai klettern

Während meiner jahrzehntelangen Erfahrung als Baumpfleger, hatte ich kürzlich eine Premiere zu verzeichnen: Erstmals durfte ich 4. «Bonsai» klettern und pflegen.

Die vier Linden von Herrn Urs Fueter, stehen auf einer Dachterrasse, inmitten der Altstadt von Bern. Dieser versteckte Dachgarten ist zweifelsohne eine ganz spezielle und einmalige grüne Oase der Stadt Bern. Seit 2013, als Herr Urs Fueter, den gesamten Dachgarten zum 2. Mal in der Geschichte des Fueter-Hauses neu anlegen und bepflanzen liess, gedeihen dort Pflanzen und sogar Bäume und bieten inzwischen ein äusserst wertvolles Rückzugsgebiet und Lebensraum für viele verschiedene Vogel- sowie Insektenarten. Für mich als Baumpfleger, gilt die Aufmerksamkeit aber vor allem den vier, zwischen 6 und 8 Meter grossen Winterlinden. Jeder von ihnen steht, in den speziell angefertigten Pflanzkübeln, rund 3m³ Wurzelraum zur Verfügung. Da eine Baumart wie die Winterlinde (Tilia cordata) welche gut und gerne 25m gross werden kann, mit einem beschränkten Wurzelraum von «nur» 3m³ auskommen muss, gilt es, wie bei Bonsai, dem Boden ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Bei den Bonsai ist es so, dass man Jungbäume jährlich und ältere Bäume spätestens alle 2 Jahre umtopft und sie in neues, frisches Substrat pflanzt. Wie man sicherlich nachvollziehen kann, zeigten die Winterlinden nach gut 8jähriger Standzeit bereits offensichtliche Mangelerscheinungen. Der Boden war sozusagen bereits «ausgelutscht». Insbesondere das wichtigste Hauptnährelement Stickstoff, war kaum noch vorhanden. Auch handelsüblicher Kunstdünger konnte die Symptome einer unzureichenden Nährstoffversorgung nicht beheben, worauf sich Herr Fueter an HappyTreeFriends Baumpflege wandte. Durch ein Substratgemisch, welches ich auf die artspezifischen Bedürfnisse abgestimmt und mit den fehlenden Nährelemente angereichert hatte, wurde den Linden neue «Nahrung» eingeflösst, um sie schnellstmöglich zu stärken und ihre Vitalität zu fördern.

Ein sanfter Pflegeschnitt rundete die Massnahmen ab.

Vielen Dank, werter Herr Fueter, es ist mir ein grosses Privileg, mich um Ihre vier Linden kümmern zu dürfen und ich werde auch weiterhin mein Bestes geben – für die Gesundheit und den Erhalt Ihrer höchst bemerkenswerten Bäume.

Mehr zum Fueter-Haus finden Sie hier: Hommage an Willy Fueter

«Klima-Notfall»: Tausende Wissenschaftler schlagen Alarm

Ich möchte hier erstmals ein äusserst eindrücklicher Bericht von t-online.de vom 28.7.21 posten. Thematisiert wird der Klimawandel und dessen «nicht-lebbaren» Folgen:

Bereits 2019 warnten tausende Wissenschaftler aus 150 Ländern vor dem «Klima-Notfall». Nun wiederholten sie ihren Appell: Die Menschheit muss ihr Verhalten rasch ändern.

Rund zwei Jahre, nachdem mehr als zehntausend Wissenschaftler aus rund 150 Ländern gemeinsam einen weltweiten «Klima-Notfall» erklärt hatten, haben sie diesen nun erneut betont und sofortige Veränderungen gefordert.

Diese Veränderungen seien dringlicher denn je, um das Leben auf der Erde zu schützen, heißt es in einem im Fachjournal «BioScience» veröffentlichten Artikel. Zu den ursprünglich rund 11.000 Wissenschaftlern, darunter 871 Forscher deutscher Universitäten und Institute, seien noch einmal mehr als 2.800 weitere Unterzeichner hinzugekommen.

2020 zweitheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Seit der ursprünglichen Erklärung des «Klima-Notfalls» 2019 hätten zahlreiche Ereignisse wie Flut-Katastrophen, Waldbrände und Hitzewellen deutlich gemacht, welche Konsequenzen es habe, wenn auf der Erde einfach weitergemacht werde wie bisher, hieß es. 2020 sei beispielsweise das zweitheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Im April 2021 sei die Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre so hoch gewesen wie noch nie seit Beginn von Messungen. Die Forscher fordern unter anderem ein absehbares Ende der Verwendung von fossilen Brennstoffen sowie einen besseren Schutz der Artenvielfalt.

«Die extremen Klima-Ereignisse und Muster, die wir in den vergangenen Jahren – und sogar nur in den vergangenen Wochen – beobachtet haben, unterstreichen die gestiegene Dringlichkeit, mit der wir die Klimakrise angehen müssen», erklärte Ko-Autor Philip Duffy vom Woodwell Climate Research Center im US-Bundesstaat Massachusetts.

«Wir müssen unser Handeln rasch ändern»

«Es gibt wachsende Anzeichen dafür, dass wir uns Wendepunkten von verschiedenen Systemen der Erde – wie den Warmwasser-Korallenriffen, dem Amazonas-Regenwald und der Eisdecke der West-Antarktis und Grönlands – nähern oder diese sogar schon überschritten haben», betont Ko-Autor William Ripple von der Oregon State University. «Wir müssen unser Handeln rasch ändern, und Klima-Vorgaben sollten Teil der Corona-Wiederaufbaupläne sein, wo immer das möglich ist.»

Bereits 2019 hatten die Wissenschaftler gewarnt: Wenn sich das menschliche Verhalten, das zu Treibhausgasausstoß und anderen den Klimawandel begünstigenden Faktoren führt, nicht grundlegend und anhaltend verändere, sei «unsägliches menschliches Leid» nicht mehr zu verhindern. Zwei Jahre davor hatten Wissenschaftler bereits einen ähnlichen Beitrag initiiert.

hier finden Sie den Originalartikel.

 

Ein weiterer Artikel von t-online.de von heute, dem 5.8.21 beschreibt die aktuelle Hitzewelle im Südosten Europas:

Das Inferno ist da

Die Luft schmeckt wie Pudding. Jeder Atemzug kostet Anstrengung. Die Haut fühlt sich an, als würde sie geröstet. Jeder Schritt ist mühsam, das Denken wird zu einem zähen Brei, der zu einem einzigen sehnsüchtigen Gedanken gerinnt: trinken! Wer dann keine Wasserflasche zur Hand hat und keinen Schatten findet, empfindet Verzweiflung, die sich binnen Minuten zur Panik steigern kann: Ich muss hier weg!

So fühlt es sich an, wenn man mehr als 50 Grad Celsius ausgesetzt ist. Die Hitze traf mich wie ein Faustschlag ins Gesicht, als ich vor 16 Jahren durch die libysche Wüste fuhr. Bei geöffneten Autofenstern und Fahrtwind war sie erträglich, aber als der Jeep dann stehen blieb, als ich ausstieg und in die gleißende Sonne trat, da erlebte ich am eigenen Leib, welche brutale Wirkung die Sonne entfalten kann, wenn sie einen Landstrich aufheizt. Selbst wenn mal ein paar Regentropfen fallen, verdunsten sie augenblicklich, der benetzte Boden bricht wie eine Kruste auf, jedes Pflänzlein verdorrt.

Was ich vor 16 Jahren in der Sahara erfuhr, könnten wir bald auch in Europa erleben. Die Erderhitzung beschert uns immer öfter Extremwetter, die Durchschnittstemperaturen klettern höher und höher, und wir tun viel zu wenig dagegen. Die Menschen in den Mittelmeerländern bekommen in diesen Tagen einen Vorgeschmack von dem Inferno, das nicht nur Afrikanern, Amerikanern und Australiern, sondern auch uns Europäern bald regelmäßig droht. In Griechenland werden 47 Grad Celsius gemessen, ganze Landstriche verdorren. Schon der Funke einer Zigarette genügt, um eine Flammenhölle zu entfachen. In den Vororten von Athen wüten Wald- und Buschbrände, beißender Qualm durchzieht die Stadt, Ascheflocken wirbeln durch die Luft. Auch auf dem Peloponnes und auf Urlaubsinseln wie Rhodos und Kos brennt es lichterloh, Hunderte Häuser sind in Flammen aufgegangen. «Es ist ein Albtraumbrand», sagt Regierungschef Kyriakos Mitsotakis.

In der Türkei ist die Lage ebenfalls außer Kontrolle geraten. An der Westküste lodern zahlreiche Brände, einige bedrohen Touristenhotels, ein anderer erfasst ein Kohlekraftwerk. «Die Situation ist sehr ernst», warnt der Bürgermeister der Stadt Milas nahe der Ägäis. In Italien hat die Region Molise wegen der Buschfeuer den Notstand beantragt. In Sizilien kämpfen Feuerwehrleute Tag und Nacht gegen die Flammen. Gestern hat die EU-Kommission Flugzeuge, Hubschrauber und Brandexperten nach Griechenland, Italien, Albanien und Nordmazedonien geschickt. Europa kämpft gegen das Inferno.

Nicht jedes Buschfeuer ist eine unmittelbare Folge der Klimakrise, aber die Erderhitzung steigert das Risiko unkontrollierbarer Brände – keinesfalls nur in fernen Ländern, sondern auch hierzulande. Experten des Umweltbundesamts sagen für die kommenden Jahrzehnte ein steigendes Waldbrandrisiko in Deutschland voraus. Die Gründe liegen im Wesentlichen in erhöhten Temperaturen und Trockenheit. 

Berechnungen des Weltklimarats zufolge werden Hitzewellen, Dürren und Starkregen massiv zunehmen. Nicht nur auf ohnehin gebeutelte Länder wie Griechenland kommen dann Kosten von Hunderten Milliarden Euro zu. Es scheint nicht mehr undenkbar, dass ganze Staaten durch die Extremwetterschäden in die Pleite schlittern. Zerstörte Stadtviertel, die nicht mehr aufgebaut werden können, verlassene Felder, Zonen ohne staatliche Kontrolle: Was wir derzeit nur aus gescheiterten Staaten wie dem Südsudan oder dem Libanon kennen, ist künftig auch in Europa vorstellbar.

Und der Planet heizt sich immer weiter auf. «Im Prinzip müssen wir uns jedes Jahr auf neue Temperaturrekorde einstellen», sagt der Klimaforscher Thomas Jung vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Watson. «Wenn man das einmal losgetreten hat, muss man lernen, damit zu leben.» Das CO2 aus der Atmosphäre herauszubekommen oder die Wärme aus dem Ozean, funktioniere nicht so schnell. «Wenn man den Ausstoß der Treibhausgase heute auf null runterfahren würde, würde dieser Prozess trotzdem weitergehen», erklärt der Experte. «Der bisherige Klimawandel führt dazu, dass Extremwetterereignisse bis zu vier Grad Celsius heißer ausfallen als in präindustriellen Zeiten.» Und das sei erst der Anfang der Erwärmung: «Wenn man in die Zukunft schaut, kann man gern noch einmal sieben, acht oder neun Grad auf die jetzigen Temperaturen draufpacken. Da kommt man dann in Bereiche, wo man an die 50 Grad erreicht.» Schon in den nächsten 30 Jahren werden wir in einer anderen Welt leben als heute: «Wenn es so heiß und auch feucht wird, dass Schwitzen uns nicht mehr kühlt, ist das auch für den fittesten Menschen nicht lebbar.»

«Nicht lebbar»: Welch eine Formulierung. Sie klingt wie aus einem Backofen. Trotzdem machen fast alle Regierungen rund um den Globus immer noch zu kleine Schritte beim Klimaschutz, lassen sich viele Menschen nicht von ihrem gewohnten Konsumtrott abbringen: Morgens mit dem SUV ins Büro, Billigklamotten aus Asien shoppen, täglich Fleisch auf dem Teller, Fernreisen mit dem Flieger. Kaum sind die Länder Europas aus dem Corona-Lockdown herausgekommen, schießen die CO2-Emissionen wieder in die Höhe. Verhindern lässt sich der Temperaturanstieg nicht mehr, aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob er anderthalb, zwei oder noch mehr Grad im weltweiten Durchschnitt beträgt. Es ist der Unterschied zwischen einem Backofen und der Hölle.

Wir müssen unser Verhalten schnellstens ändern, um das Schlimmste zu verhindern: Das ist der glasklare Appell, den mehr als 14.000 Wissenschaftler soeben veröffentlicht haben. Was zu tun ist, ist seit Langem bekannt. Klimaschutz als höchste Priorität im Regierungshandeln und auf jedem internationalen Gipfeltreffen. Schnell raus aus der Kohleverbrennung. Windräder und Solaranlagen bauen, auch gegen Widerstände. Wärmedämmung und moderne Heizungen für alle Gebäude. Busse, Bahnen und Fahrradwege statt Blechlawinen in den Städten. Die biologische Landwirtschaft viel stärker fördern. Die absurde EU-Politik stoppen, die den Bau von Kohlekraftwerken in Südafrika und die Abholzung des Regenwalds in Südamerika fördert. 

All das und vieles mehr ist nötig. Es kostet Unsummen und verlangt jedem Einzelnen enorme Umgewöhnung ab. Doch die gute Nachricht ist: Wir können es schaffen, noch haben wir es in der Hand. Das darf man die Parteien im Bundestagswahlkampf gern wissen lassen. 50 Grad Hitze sollten wir uns nicht antun.

Originalartikel.

Portrait – Ihre Majestät

Die Arve (Pinus cembra) im Süd-/Tirol auch als «Zirbe» bekannt, gilt als «Königin» der oberen Waldgrenze und kann weit mehr als 500 Jahre alt werden. Sie ist seit Jahrhunderten für ihre beruhigenden, ätherischen Öle bekannt.

Königin der oberen Waldgrenze ist sie, da sie neben der Lärche (Larix decidua) und der Bergföhre (Pinus mugo) in sehr grossen Höhen zu finden ist. In der Regel wächst sie in den Alpen zwischen 1500 und 2500 müM. 2015 hat Urs-Beat Brändli von der WSL eine 220cm grosse Arve am Nordhang des Gronergrats auf 2765! müM gefunden. Dies ist somit der höchstgelegene Baum der Schweiz.

Da die Arve in den obersten Höhenlagen ihr Verbreitungsgebiet hat und dort die Vegetationsperiode entsprechend kurz ist, wachsen Arven dementsprechend langsam und können darum sehr alt werden. Exemplare mit einem Alter von bis 500 Jahre sind keine Ausnahme, wobei im Val Chamuera heute noch bis 800! Jahre alte Exemplare stehen.

Ätherisches Öl der Arve verlängert das Leben. In einer Studie – erst 2010 publiziert – mit 6500 Versuchspersonen wurde im Zeitraum von 1975 – 1995 herausgefunden, dass die Versuchspersonen mittleren Alters, die 1975 die geringste Herzfrequenz hatten, nur halb so viele Sterbefälle bis 1995 zeigten als Versuchspersonen mit hoher Herzfrequenz. Im Durchschnitt ersparte sich jede Versuchsperson welche in einem Arvenholzbett schlief, 3500! Herzschläge pro Nacht! Das Arvenholz führt nicht nur zu einem erholsameren Schlaf, der Körper regeneriert zu dem auch noch besser: der Vagus ist der wichtigste Nerv des parasympathischen Nervensystems, der auch das Herz versorgt. Erst vor wenigen Jahren wurde entdeckt, dass der Vagus nicht nur für das Herz von grösster Bedeutung ist, sondern zudem auch noch Entzündungen im Körper löschen kann. Die ätherischen Öle der Arve unterstützten und fördern also auch unser Immunsystem.

Ca. 300 Jahre altes Prachtsexemplar einer Arve (Pinus cembra) im Unterengadin.

Vergangenen Winter suchte ich erneut meinen absoluten Lieblingsbaum auf, welchen ich bereits Jahre zuvor auf einer meiner Wanderungen gefunden hatte. Diese höchst bemerkenswerte und wunderschöne Arve wächst auf rund 2300 müM im schönen Val S-charl und thront majestätisch auf einem Felsen.

Ihre Majestät – für mich der schönste Baum der Welt!

Angesichts ihrer Höhenlage und ihres Standorts schätze ich «Ihre Majestät» auf rund 300 Jahre.

Für mich ist sie der schönste und eindrücklichste Baum den ich je gesehen habe!

Leider steht es um die Arven nicht gut, denn der Klimawandel setzt auch ihr mächtig zu.

Ein weiterer Neozot in der Schweiz angekommen

Neozoen wie z.B: der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis), der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) oder auch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sowie die marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), usw. sind gebietsfremde, exotische Problemtiere, welche durch natürliche Barrieren (Meere, Gebirge, Wüsten) an einer unkontrollierten Ausbreitung gehindert wurden. Mit den wachsenden Güter- und Personenströmen kommen darum vermehrt exotische Tierarten in neue Regionen der Welt. Ein Hoch auf die Globalisierung: hip-hip-hurra!

Japankäfer sammeln sich zum Fressen gerne in Gruppen an und fressen die Pflanzen von oben nach unten ab. Zum Teil fressen die Käfer einzelne Pflanzen komplett kahl. Bei Blättern fressen die Japankäfer vor allem das Gewebe zwischen den Blattnerven, was zu einem skelettartigen Aussehen führt.

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist wie der Name schon sagt, in Japan einheimisch. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er nach Nordamerika und Kanada verschleppt, wo er sich rasant ausbreitete und seither jährliche Ernteeinbussen von mehreren hundert Millionen US$ verursacht! In Europa wurde er erstmals in den 70-er Jahren auf den Azoren gefunden, wo er sich trotz Tilgungsmassnahmen erfolgreich ansiedeln konnte.

2017 wurde er erstmals in Norditalien gefunden. Im Sommer 2020 wurde er dann im Süden des Tessins festgestellt.

Der Japankäfer verursacht beträchtliche Schäden an verschiedensten Pflanzen (mehr als 300 Arten), darunter auch viele Kulturpflanzen wie Apfel, Steinobst, (Wein)Traube, Erd- sowie Brom- und Himbeere, Spargel, Rhabarber, Mais und Soja. Auch einheimische Baumarten wie Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Edelkastanie, Lärche, Linde, Pappel, Platane, Rosskastanie, Ulme und Weide stehen auf seinem Speiseplan.

Aufgrund der verheerenden Schäden die er verursacht, gilt der Japankäfer in der Schweiz und der EU als Quarantäneorganismus und ist somit meldepflichtig, muss also zwingend bekämpft werden.

Ein in der Schweiz zugelassenes Insektizid gibt es bis anhin noch nicht. Das Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope arbeitet aber an einem entsprechenden Mittel, basierend auf entomopathogenen Pilzen. (Enthomopathogen = Fähigkeit eines Organismus Insekten zu befallen, zu töten und sich von ihnen zu ernähren)

Der adulte Japankäfer ist zwischen 8-12mm gross und ähnelt in Erscheinung sehr unserem Gartenlaubkäfer (Phyllopherta horticola). Er unterscheidet sich aber wesentlich mit seinem gold-grün schimmernden Halsschild und den fünf weissen Haarbüscheln an jeder Seite vom Hinterleib, sowie den zwei weissen Haarbüschel am Abdomen, vom einheimischen Gartenlaubkäfer.

Japankäfer (Popillia japonica)

Gartenlaubkäfer (Phyllopherta horticola)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie diesen Käfer hier bei uns, nördlich der Alpen sichten, verständigen Sie bitte unverzüglich die kantonalen Pflanzenschutzdienste.

Mehr Informationen dazu finden Sie bei Agroscope.

Insekten sind unerlässlich für ein funktionierendes Ökosystem

Weltweites Insektensterben!

Insekten sind die artenreichste Klasse im Tierreich. Weltweit sind 60 Prozent aller Tierarten Insekten. Das Verschwinden von Insekten hat somit einen massiven Einfluss auf das Überleben anderer Arten. Das Insektensterben ist ein alarmierendes Zeichen für den allgemeinen Verlust an Biodiversität. Dieser Verlust bedroht unsere Lebensgrundlage.

Durch die Zersiedelung und intensive Landwirtschaft wurden in den letzten Jahrzenten viele Lebensräume zerstört. Pro Natura hat mit über 700 Naturschutzgebieten ein dichtes Netz von Lebensräumen mit einer Gesamtfläche von rund 250 km2 für Insekten gesponnen (das sind 0.6% der Fläche der Schweiz). Helfen auch Sie uns dabei, Lebensräume für Insekten zu schützen!

copyright ProNatura

copyright: Pro Natura

In der Schweiz gelten bereits 163 Insektenarten als ausgestorben! Der massive Rückgang der Insekten hat, je nach Art und Lebensraum, verschiedene Ursachen:

Hauptgründe für das Insektensterben sind die intensive Landwirtschaft, der massive Einsatz von Pestiziden sowie die Zerstörung der Lebensräume. Die Lichtverschmutzung und der Klimawandel sind weitere wichtige Gründe.

Landwirtinnen und Landwirte, die nach biologischen Grundsätzen arbeiten, wissen, dass Insekten in der Landwirtschaft unersetzlich sind: Wildbienen bestäuben Kirschen und Florfliegenlarven fressen Blattläuse und tragen so zur Sicherung der Produktion bei. In der konventionellen Landwirtschaft braucht es ein Umdenken: mehr Biodiversitätsausgleichsflächen, mehr Buntbrachen und weniger Pestizide. Dies schont nicht nur die Natur, sondern auch das Portemonnaie der Bäuerinnen und Bauern. Auch am Markt bewährt sich nämlich die biologische Landwirtschaft: Der Absatz von biologisch produzierten Lebensmitteln steigt seit Jahren stetig (während des 1. Corona-Lockdowns stieg die Nachfrage nach Bioprodukten um 30%!).

Strike for Future

HappyTreeFriends Baumpflege steht nicht nur für eine naturnahe und umweltschonende Baumpflege ein, wir machen uns auch stark für den Klimaschutz. Daher begrüssen und unterstützen wir Bewegungen wie «Strike for Future» und helfen an der Aktionswoche «Trees for Future» mit.

Das aktuelle System hat versagt

Aufgrund unseres Wirtschaftssystems, welches auf unbegrenztem Wachstum basiert, zeigen Regierungen, Grosskonzerne und Finanzinstitutionen kein Interesse daran, diese Krisen ernsthaft anzugehen. Die parlamentarische Politik ist aufgrund ihrer Demokratiedefizite nicht befähigt, eine Antwort zu liefern.

Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen, die das kapitalistische System erzeugt, können nicht innerhalb des Systems gelöst werden. Wir brauchen eine tiefgreifende Veränderung.